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Innsbruck gegen Faschismus lädt zum Faschingsfest für Weltoffenheit

“Wir sehen nicht tatenlos zu, wie der Faschismus salonfähig gemacht wird.”

Am 11.11.2014 um 17:00 vor Gasthaus Bierstindl, Klostergasse 6, 6020 Innsbruck.
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Die Entwicklung der rechten Szene in Tirol ist bedenklich. Direkte politisch motivierte Angriffe auf Menschen sind keine Seltenheit mehr. Die Schmieraktion beim Telfer Minarett oder der Angriff auf das Flüchtlingsheim in Fieberbrunn sind die traurigen Höhepunkte dieser Entwicklung.

Besonders erschreckend: der überwiegende Teil von Medien, Politik, Exekutive und Justiz – kurz: der Gesellschaft – ist eher daran interessiert derartige Vorfälle zu bagatellisieren, als lückenlos aufzuklären. Und auch der zivilgesellschaftliche Aufschrei blieb bislang aus. Ein Grund dafür ist die systematische Verharmlosung von rechtem, diskriminierenden und faschistischen Gedankengut, wie sie insbesondere die FPÖ konsequent vorantreibt.

Die Strategie dabei ist einfach und hinterlistig zugleich: Einerseits distanziert man sich öffentlich vom rechten Rand, andererseits beschwört man im halböffentlichen Raum faschistische Ideologien, hetzt gegen Religionsgruppen, diskriminiert Frauen und umgibt sich gerne mit rechtsextremen Burschenschaften und anderen Gruppierungen. Ziel dabei ist es, den Schein der Distanz zum rechten Rand aufrecht zu erhalten und gleichzeitig politische Legitimität – und vor allem Normalität – für sich zu beanspruchen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist die Umdeutung von Begrifflichkeit, Problemen und Orten.

Eine solche Umdeutung beobachten wir beim Innsbrucker Bierstindl. Früher ein Ort der Begegnung und der kulturellen Vielfalt, wird das Gasthaus heute von rechten bis rechtsextremen Gruppen wie der FPÖ oder der Suevia vereinnahmt. Damit wird ihnen nicht nur vom Betreiber ein Raum für ihre Hetze und ihre Ideologien eingeräumt, es findet auch eine Neudefinition dessen statt, was allgemein unter “Kulturgasthof” verstanden wird.

Insofern geht es beim Innsbrucker Bierstindl nicht nur um die rechte Spinner, die dort deutschnationale Lieder anstimmen, sondern auch und vor allem um die Deutungshoheit darüber, was Kultur bedeutet und wer den Kulturraum für sich beanspruchen darf.

Für uns ist klar: Die Rechten gehören nicht zu unserer Kultur, sie sind die Feinde unserer Kultur.
Deshalb stehen wir auf. Gegen rechte Hetze und gegen die Vereinnahmung unseres Lebens- und Kulturraumes durch rechte Gruppierungen.
Wir feiern die Vielfalt und Offenheit unserer Gesellschaft beim “Faschingsfest für Weltoffenheit” und setzen so ein buntes, lautes und fröhliches Zeichen.